Ankathie Koi

Ankathie Koi aus Wien veröffentlich diesen Freitag ihr neues Album: Es heißt "Pikant" und enthält neun Lieder voll Liebe, Leidenschaft und lebenskluger Weisheit, gegossen in tanzbare Dreiminüter. Knietief watet die Sängerin in der Ästhetik der unbeschwerten mittleren 1980er, vor Retro-Kitsch bleibt sie aber angenehm gefeit. "Pikant" ist erwachsen und doch kein bisschen desillusioniert, quietschbunt und stilbewusst zugleich. Es buchstabiert POP in Großbuchstaben und macht die Welt damit für ein knappes halbes Stündchen zu einem besseren Ort. So definiert mein 20 Jahre alter Duden den Titel der Platte. Wie passend. Scharf, das mag in Zusammenhang mit einer genderfluiden Vertreterin lebenshungriger und zugleich doch achtsamer Sexpositivität einen Bart haben. "A schoafe Oide" aber passt als zeitlos gute Wienerische Beschreibung auch 2024 wunderbar zu Ankathie Koi. "Eine ausgesprochen attraktive Frau" heißt das, ins Hochdeutsche übersetzt, was allerdings nur die halbe Wahrheit ist. "Eine selbstbewusste Person weiblichen Geschlechts, der du nicht blöd zu kommen brauchst, denn dann ist nicht gut Kirschen essen mit ihr" kann es nämlich auch heißen. Passt beides. Ankathie Koi: a schoafe Oide. Dann reizvoll. Klar. Ankathie Koi, Wiener Popinstitution mit bayrischer Landei-Sozialisation, Gesangsdiplom in der Schublade und eine Überdosis Achtzigerjahre im Herzen. Jazz in der Pflicht und Dancepop in der Kür, Oktaven bis zum Abwinken und Harmonielehre noch im Tiefschlaf, aber zugleich immer diese überbordende Freude am grellbunten Chaos.

 

 

 

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